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Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Von Wolfgang Benz

Die Möglichkeiten für Juden, Widerstand gegen das NS-Regime zu leisten, waren so begrenzt, dass Historiker wie der Nestor der Holocaustforschung Raul Hilberg davon überzeugt waren, es habe ihn nicht gegeben. Das bestritten seine Kollegen vor allem in Israel mit dem Verweis auf jüdische Partisanen in Weißrussland und der Ukraine, mit Beschreibungen des Warschauer GhettoThe Nazis revived the medieval term 'ghetto' to describe their compulsory "Jewish quarters". Ghettos were poor sections of a city where all Jews from the city and surrounding areas were forced to reside. Surrounded by barbed wire or walls, the ghettos were sealed and no one could leave. Established mostly in German-occupied Eastern Europe (for example, Lodz, Warsaw, Vilna, Riga, Minsk), the ghettos were characterized by overcrowding, starvation and heavy labor. All ghettos were eventually dissolved, and the Jews and Gypsies that had resided there were deported and murdered.-Aufstands, mit den Heroengeschichten der Revolten in AuschwitzA complex of concentration, labor and extermination camps located approximately 40 miles west of Cracow in Upper Silesia (Poland). Established in 1940 as a concentration camp, it became a killing center in 1942. Auschwitz I was the central camp. Auschwitz II, also known as Birkenau, was the killing center. Auschwitz III, or Monowitz, was the IG Farben labor camps, also known as BUNA. In addition, there were numerous subsidiary camps. Auschwitz was liberated by the Soviet Army on January 27, 1945. und TreblinkaKilling center on the Bug River northeast of Warsaw in the General Government (occupied Poland). Opened in July 1942, Treblinka was the largest of the three killing centers of Operation Reinhard. Between 700,000 and 860,000 Jews and several thousand Gypsies were killed there. A revolt of the inmates on August 2, 1943 destroyed most of the camp, and it was closed in November 1943., Bialystok und SobiborKilling center located in the Lublin district in eastern Poland. Sobibor opened in May 1942 and closed one day after a rebellion by its Jewish prisoners on October 14, 1943. At least 250,000 Jews were killed there..

Dass jüdischer Widerstand die Ausnahme war, entspricht aber leider der historischen Wirklichkeit. Die Mehrheit der Juden hatte keine Chance, sich gegen den Holocaust aufzulehnen. Das war nicht die Schuld der Juden. Gewalt und Arglist, Täuschung und Terror waren stärker, und Solidarität mit den Opfern gab es kaum. Ohne Solidarität, d. h. Rückhalt aus der Mehrheit der Bevölkerung war erfolgreicher Widerstand nicht möglich.

So besteht die Geschichte jüdischer Gegenwehr gegen den Nationalsozialismus aus mutigen Taten Einzelner, aus Gesten einiger weniger Gruppen, aus Aktivitäten der Verzweiflung vor dem sicheren Tod im KZ und VernichtungslagerKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos.. Zu den Einzelnen gehörte Erich Leyens, der während des Boykotts jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 vor seinem Kaufhaus in Wesel Flugblätter gegen die NS-Politik verteilte. Ein anderer war der junge polnische Jude Moshe Beirach, der sich 1942 den jüdischen Partisanen unter Tuvia Bielski in Weißrussland anschloss — der größten Widerstandgruppe überhaupt mit etwa 1200 Mitgliedern. Eugen Herman-Friede aus Berlin-Kreuzberg war Schüler und erst 17 Jahre alt, als er sich der DeportationThe forced relocation of Jews and Gypsies as well as Slavic native populations from their homes to other localities, usually to ghettos or concentration camps, labor camps and killing centers. Nazis referred to deportations as "evacuations" or "resettlements" to disguise this component of mass murder. durch Untertauchen entzog und sich einer kleinen jüdischen Widerstandsgruppe, der „Gemeinschaft für Frieden und Aufbau“ anschloss. Ihr Widerstand war Hilfe für versteckte Juden und das Verteilen von Flugblättern gegen das Hitler-Regime.

Die zionistische Jugendgruppe Chug Chaluzi in Berlin hatte etwa 40 Mitglieder. Der kommunistisch-jüdischen Herbert-Baum-Gruppe, die im Mai 1942 den spektakulären Brandanschlag auf eine NS-Propaganda-Ausstellung im Berliner Lustgarten verübte, gehörten rund 100 Jugendliche an. Das waren die Dimensionen jüdischen Widerstands. Es konnte auch nicht um den bewaffneten Kampf jüdischer Organisationen gegen den Nationalsozialismus gehen, sondern nur um Selbstbehauptung, um das Überleben einiger weniger im Untergrund. Das war gefährlich, dazu gehörte Mut und Kraft. Dazu wurden aber auch nichtjüdische Freunde und deren Solidarität benötigt.

Daran fehlte es aber. Gewalt, Hass und Desinteresse machte das Schicksal der jüdischen Minderheit ausweglos. Die Geschichte des jüdischen Widerstands ist deshalb kein dramatisches Heldenepos vom Befreiungskampf des jüdischen Volkes. Es war aber auch nicht so, dass die Juden sich willenlos „wie die Schafe zur Schlachtbank“ treiben ließen. Es war nicht jüdische Feigheit, die den nationalsozialistischen Tätern das Morden erleichterte, sondern Ausweglosigkeit als Folge eines Übermaßes perfekter Organisation, mit der die Vernichtung systematisch geplant und vollzogen wurde. Die Geschichte des jüdischen Widerstandes ist daher eine Geschichte aus vielen Facetten, in der Einzelne aufbegehrten, kämpften, sich dem Judenmord zu entziehen suchten und sich gegen Unmenschlichkeit und Vernichtung behaupteten.