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Gegen Hitler

Gottfried Hamacher: Gegen Hitler. Deutsche in der Résistance, in den Streitkräften der Antihitlerkoalition und der Bewegung "Freies Deutschland" - Kurzbiografien. (2005) Dietz Berlin

Die Zahl jener Deutschen, die am Widerstandskampf mitwirkten, ist, so die Autoren des vorliegenden Bandes, größer, als oftmals vermutet wird. Es waren Angehörige aller Schichten, die sich zu unterschiedlichen weltanschaulichen und politischen Auffassungen bekannten, sich oftmals vor 1933 unversöhnlich bekämpften, danach aber gemeinsam gegen den Nationalsozialismus und den Krieg eintraten.

Unter ihnen waren Männer wie Frauen, viele waren deutsche Juden. Sie verstanden sich sowohl als Patrioten als auch als Internationalisten, als Verfechter der Gleichberechtigung und der verbindenden Freundschaft der Völker. Dennoch blieben das Ausmaß dieser besonderen Front und auch die Effektivität im Vergleich zu den Anstrengungen und Opfern des Widerstands in anderen Ländern gering.

Für die Aufnahme in das Buch wurde von den Autoren folgendes Kriterium entwickelt: Wer als Deutscher während der Zeit des deutschen Faschismus nachweislich in den Streitkräften der Antihitlerkoalition, auch der französischen Résistance und den Aktionen der Partisanen und Widerstandskämpfer anderer Länder oder in der weltweiten Bewegung "Freies Deutschland" vor dem 8. Mai 1945 Widerstand gegen die Deutschen leistete.

Selbst wenn nur wenige Informationen vorliegen, z.B. nur Teile des Namens überliefert sind, werden die Personen im Band aufgeführt. Ohne Bedeutung für die Aufnahme sind auch, was vor 1933 oder nach 1945 an politischen Standpunkten vertreten und wie politisch gehandelt wurde, entscheidend ist das Verhalten in der - biographisch gesehen - kurzen Zeitspanne des Krieges.

Keinerlei Unterschied wurde ebenfalls gemacht zwischen den verschiedenen Formen des Widerstands: Ob mit der Waffe in der Hand, ob an einem Radiosender tätig, ob als Lehrer in einem Kriegsgefangenenlager, ob als Frontbeauftragte oder (in Großbritannien, Schweden und in den diversen Staaten Amerikas) als Mitglieder von Organisationen, die kollektiv der Bewegung "Freies Deutschland" beigetreten waren - entscheidend ist das Was und nicht das Wie.

Auf 230 Seiten präsentieren die Autoren über 2.000 Kurzbiographien. Dabei fehlen sicher viele Deutsche, die in den alliierten Streitkräften, vor allem in der britischen, US-amerikanischen, australischen, kanadischen Armee sowie in der chinesischen Volksarmee gegen den Faschismus kämpften und von denen der kleinen Arbeitsgruppe, die dieses Buch erarbeitete, zumeist nicht einmal deren Namen zugänglich waren, auch sind viele Frauen, die nicht im bewaffneten Widerstand wirkten, bis heute in ihrer Leistung unerkannt geblieben, und: Politisch war der weltweite Widerstand der Deutschen außerhalb des Reiches breiter, als hier mitunter deutlich wird.

Trotzdem stellt die vorliegende Publikation eine wichtige Würdigung widerständischen Handelns dar, zeigt sie doch exemplarisch die Handlungsspielräume auf, die den Deutschen innerhalb der "Volksgemeinschaft" und außerhalb Deutschlands zur Verfügung standen. Und nicht zuletzt betrachten die Autoren ihr Werk als unabgeschlossen und beabsichtigen, in weiteren Auflagen weitere Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer zu integrieren. 

Die vollständige Publikation findet sich im Internet unter:
http://www.rosaluxemburgstiftung.de/cms/fileadmin/rls_uploads/pdfs/Manuskripte_53_2.pdf

 

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