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Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde / Zeitschrift Osteuropa

Von Christian Schmitt

Die seit dem Zusammenfall der Sowjetunion erkennbaren Entwicklungen und Konflikte im Osten Europas sind oftmals nur von kundigen Experten richtig einzuordnen. Das Verständnis für die kulturelle Heterogenität dieser Region ist in Deutschland noch immer nicht besonders ausgeprägt. Mit der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) existiert ein Forschungsverbund, der Wissen über und Kontakte nach Osteuropa vermittelt. In den acht internen Fachgruppen Geografie, Geschichte, Pädagogik, Politik, Recht, Religion, Slavistik und Wirtschaft möchte die Institution den wissenschaftlichen Austausch und den europäischen Dialog fördern. Dies erfolgt vorrangig durch die Veranstaltung von Fachtagungen und durch unterschiedliche Publikationen, etwa der Zeitschrift Osteuropa. Der gemeinnützige Verein mit Hauptsitz in Berlin ist in mehr als 20 deutschen Universitätsstädten mit seinen Zweigstellen vertreten.

Die DGO blickt mit ihren Vorgängerorganisationen auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1913 gründete sich in Berlin die Gesellschaft zum Studium Russlands. Erklärtes Ziel war es, mit Vorträgen und Publikationen das Wissen über den großen Nachbarn im Osten zu vergrößern und die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland zu fördern. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Russischen Revolution erweiterte man den Blick und rief an ihrer Stelle die Gesellschaft zum Studium Osteuropas (DGSO) und 1925 die Zeitschrift Osteuropa ins Leben. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme stand die wissenschaftliche Erforschung des osteuropäischen Kulturraumes jedoch im Schatten der völkischen Ostforschung. Jüdinnen und Juden sowie russische Emigrant_innen aus dem Umfeld der DGSO mussten fliehen oder wurden ermordet; 1939 wurde die Zeitschrift Osteuropa nach dem Überfall auf Polen eingestellt.

Von der „Feindbeobachtung“ zum Dialog

Seit 1949 existiert die DGO unter ihrem heute bekannten Namen, wenngleich seither längst nicht alles gleichgeblieben ist. So hat sich nach eigenen Angaben die Arbeit der Institution im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts von einer Art wissenschaftlichen „Feindbeobachtung“ mit Konzentration auf die Sowjetunion zu einer differenzierten und dialogorientierten Auseinandersetzung mit den osteuropäischen Staaten gewandelt. Als moderner Forschungsverbund agiert die DGO heute an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit und richtet den Fokus auf die gesamte Region von den östlichen EU-Staaten bis nach Zentralasien.

Die wichtigste Publikation der DGO ist noch immer die Zeitschrift Osteuropa. Sowohl in vergleichender als auch länderspezifischer Perspektive analysieren die bis zu 20 Beiträge pro Ausgabe Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur des europäischen Ostens. Geschichtswissenschaft und Erinnerungskultur sind ebenfalls wiederkehrende Themen, wie etwa in dem bereits in einer früheren LaG-Ausgabe vorgestellten Heft „Der Hitler-Stalin-Pakt. Der Krieg und die europäische Erinnerung“. Handbuchartige Doppelhefte sammeln außerdem als Referenzwerke die Grundlagen des Wissens über die Region.

Zusammenfassung

Unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde versammelt sich Expertise aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Mit der Zeitschrift Osteuropa greift sie in regelmäßigen Abständen gewinnbringende Themen aus der Region auf und leistet damit einen großen Beitrag zum Verständnis der Nachbarstaaten im Osten. Es lohnt sich, online einmal durch die bereits erschienenen Ausgaben der Zeitschrift zu stöbern. Zudem hält der Veranstaltungskalender insbesondere für Interessent_innen in und um Berlin einige reizvolle Themen bereit.

Weitere Informationen zur Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde erhalten Sie auf https://www.dgo-online.org. Die Ausgaben der Zeitschrift Osteuropa sind auf https://www.zeitschrift-osteuropa.de/hefte/ bestellbar.

 

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