Referral teaching resources

Mehrheit, Macht, Geschichte

Sieben Biografien zwischen Verfolgung, Diskriminierung und Selbstbehauptung

Anne Frank Zentrum (Hg.): Mehrheit, Macht, Geschichte. 7 Biografien zwischen Verfolgung, Diskriminierung und Selbstbehauptung.  Methodenbuch (inkl. DVD) € 29,80,- und Lesebuch € 11,-

Geschichtslernen braucht den interkulturellen Blick, denn gesellschaftliche Minderheiten und Einwanderung haben die Geschichte von jeher geprägt. Darauf gehen die Materialien »Mehrheit, Macht, Geschichte – 7 Biografien zwischen Verfolgung, Diskriminierung und Selbstbehauptung« ein. Sie rücken von der Sicht deutscher Geschichte als Nationalgeschichte ab.

Durch didaktisch aufbereitete Biografien werden in dem Materialpaket Nationalismus, Kolonialismus, Nationalsozialismus, Migration und Krieg so thematisiert, dass alle Jugendlichen unabhängig von ihrer Herkunft angesprochen und zu einer Auseinandersetzung mit den Menschenrechten anregt werden. Interkulturelles Geschichtslernen fordert die Jugendlichen auf, die Perspektive zu wechseln, regt Empathie an und fördert ein gemeinsames Geschichtsbewusstsein.

Die authentischen Lebensgeschichten vermitteln, wie sie Diskriminierung, Verfolgung und Krieg erlebt haben. Der zeitgeschichtliche Rahmen beschränkt sich nicht, wie sonst üblich, nur auf die Epoche des Nationalsozialismus, sondern umfasst Beispiele aus der Zeit des Kolonialismus, der Gegenwart sowie Verfolgungsschicksale, die im Geschichtsunterricht bisher vernachlässigt wurden.

  • Anne FrankBorn in 1929. A Jewish teenaged girl who, with her family, went into hiding in Amsterdam during the German occupation of the Netherlands. The diary that she kept during that time has become a classic. Anne and her family had moved from Frankfurt to Amsterdam in 1933. The family went into hiding in 1942 and was betrayed in August 1944. Family members were subsequently deported via Westerbork to Auschwitz-Birkenau. Anne and her sister were transported to Bergen-Belsen at the end of October 1944 and Anne died of typhus in March 1945, shortly before Bergen-Belsen was liberated., die als Kind mit ihrer Familie vor der nationalsozialistischen Judenverfolgung nach Holland fliehen musste, in Amsterdam im Versteck lebte, und darüber Tagebuch schrieb, bis sie durch Denunziation und DeportationA Nazi euphemism for deportation. The forced relocation of Jews and Gypsies as well as Slavic native populations from their homes to other localities, usually to ghettos or concentration camps, labor camps and killing centers. Nazis referred to deportations as "evacuations" or "resettlements" to disguise this component of mass murder. im KZKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos. Bergen-BelsenOpened in 1940 as a prisoner-of-war camp, this facility was renamed Stalag 311 in 1941 when it housed approximately 20,000 Soviet POWs, 16,000-18,000 of these prisoners died of epidemics, malnutrition and exposure by 1942. The camp was renamed Bergen-Belsen in April 1943 and then held male and female Jews with foreign passports or visas who might be exchanged for German nationals held abroad. Between March 1944 and early 1945, Bergen-Belsen received prisoners from other camps for possible exchange as well as large numbers of prisoners evacuated from camps in the east. Rapidly deteriorating conditions led to massive epidemics, starvation and the deaths of thousands. kurz vor der Befreiung umkam. Ihre Lebensgeschichte handelt von Nationalsozialismus, Antisemitismus und Genozid.
  • Zlata Filipović, aus Sarajevo, die als Jugendliche den Bürgerkrieg in Bosnien- Herzegowina erlebte und darüber Tagebuch führte. In ihrer Geschichte geht es um Nationalismus, Krieg und Flucht.
  • Kwassi Bruce aus Togo, der Ende des 19. Jahrhunderts als Kind mit seinen Eltern nach Berlin gebracht wurde, um in einer der Hagenbeck’schen „Völkerschauen“ aufzutreten. Seine Geschichte thematisiert Rassismus und die Situation von Afrikanern in Deutschland.
  • Gülay Cedden, aus der Türkei, die als kleines Kind mit ihrer Familie in die Bundesrepublik kam, wo der Vater seine Ausbildung als Arzt absolvierte. Im Alter von 17 Jahren ging sie mit Eltern und Geschwistern wieder zurück in die Türkei. Ihre Geschichte gibt Einblick in das Thema Arbeitsmigration.
  • Rudolf Duala Manga Bell, Königsohn aus der deutschen Kolonie Kamerun, der in der Kaiserzeit eine deutsche Ausbildung erhielt, dann aber, weil er Widerstand gegen das deutsche Kolonialregime leistete, 1914 hingerichtet wurde. Seine Geschichte beleuchtet den kolonialen Rassismus und Herrschaftsanspruch der Weißen.
  • Petra Rosenberg aus Berlin, Tochter des deutschen Sinto Otto Rosenberg, der AuschwitzA complex of concentration, labor and extermination camps located approximately 40 miles west of Cracow in Upper Silesia (Poland). Established in 1940 as a concentration camp, it became a killing center in 1942. Auschwitz I was the central camp. Auschwitz II, also known as Birkenau, was the killing center. Auschwitz III, or Monowitz, was the IG Farben labor camps, also known as BUNA. In addition, there were numerous subsidiary camps. Auschwitz was liberated by the Soviet Army on January 27, 1945. und weitere KZ überlebte, den Landesverband der Sinti und RomaConsidered a pejorative collective term for Roma and Sinti. These nomadic people are believed to have come originally from northwest India, which they left for Persia in the first millennium A.D. Traveling mostly in small caravans, Roma and Sinti first appeared in western Europe after the fourteenth century. By the sixteenth century, they had settled in every country of Europe. It is estimated that between 250,000-500,000 Roma and Sinti perished in the gas chambers, concentration camps, ghettos, and mass executions of German-occupied Europe during World War II. in Berlin-Brandenburg gründete und sich Zeit seines Lebens für Bürgerrechte und die Bekämpfung der Vorurteile gegen die Minderheit der Sinti und RomaThe predominant populace of Gypsies residing in Central Europe, especially in Germany. (See "Gypsies," "Roma") einsetze. Petra Rosenberg setzt diese Arbeit fort.
  • Stefan Kosiński aus Polen, der 1939 als Jugendlicher die Besetzung seines Heimatlandes durch die deutsche Wehrmacht erlebte. Als seine Liebensbeziehung zu einem Wehrmachtssoldaten entdeckt wurde, wurde er verhaftet und misshandelt. Die Diskriminierung homosexueller Liebe wird mit dieser Geschichte thematisiert.

Jede Biografie wird durch Bild- und Tonmaterial  auf einer Begleit-CD sowie detaillierte Methodenvorschläge und Medientipps ergänzt.

Das Material bietet gute Beispiele, wie interkulturelles Geschichtslernen nicht nur für Jugendliche mit unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Hintergründen in der deutschen Migrationsgesellschaft realisiert werden kann.

Bibliografie

Rainer Ohliger und Hanna Schissler (Hg.): Historisch-politische Bildung in der bundesdeutschen Einwanderungsgesellschaft. Themenheft 4/2006 (Jg. 28) Zeitschrift Internationale Schulbuchforschung des Georg Eckert Instituts für internationale Schulbuchforschung.

Kontakt