LaG-Magazin vom 15. Juli 2009 (Nr. 14/09)

Lernen über die deutsch-polnische Geschichte

Liebe Leserinnen und Leser.

im Bereich der historisch-politischen Bildung liegt es nahe, das Thema „Lernen über die polnisch-deutsche Geschichte“ zu einem Schwerpunkt unseres Newsletters zu machen. Die zeitliche Nähe zum 65. Jahrestag des Warschauer Aufstands am 1. August ist von der Redaktion bewusst gewählt. 

Das Thema für die Pädagogik mit Jugendgruppen und Schulklassen aus Deutschland aufzugreifen, erscheint auch nach Jahren der guten Zusammenarbeit notwendig. Vor allem, wenn man bedenkt, dass vor wenigen Jahren noch ein deutscher Bundespräsident, Roman Herzog, den Jahrestag des Warschauer Aufstands unter Führung der Armia Krajowa (AK - Heimatarmee) mit dem Aufstand der jüdischen Kämpferinnen und Kämpfer im Warschauer GhettoThe Nazis revived the medieval term 'ghetto' to describe their compulsory "Jewish quarters". Ghettos were poor sections of a city where all Jews from the city and surrounding areas were forced to reside. Surrounded by barbed wire or walls, the ghettos were sealed and no one could leave. Established mostly in German-occupied Eastern Europe (for example, Lodz, Warsaw, Vilna, Riga, Minsk), the ghettos were characterized by overcrowding, starvation and heavy labor. All ghettos were eventually dissolved, and the Jews and Gypsies that had resided there were deported and murdered. 1943 verwechselte.

Beide Ereignisse waren für sich ebenso ruhmreiche, wie tragische Zeichen und Handlungen gegen die deutsche Besatzung bzw. die drohende DeportationA Nazi euphemism for deportation. The forced relocation of Jews and Gypsies as well as Slavic native populations from their homes to other localities, usually to ghettos or concentration camps, labor camps and killing centers. Nazis referred to deportations as "evacuations" or "resettlements" to disguise this component of mass murder. ins VernichtungslagerKonzentrationslager (NS- Abkürzung: KL), nach 1933 eingerichtet zur Ausschaltung politischer Gegner, zur Einschüchterung der Bevölkerung und zur Isolierung und Vernichtung unerwünschter sozialer, ethnischer und religiöser Minderheiten sowie Kriegsgefangener. Der SS unterstellt, waren die Lager der ordentlichen Rechtsprechung entzogen. Der Tod von Millionen Menschen durch unzureichende Ernährung und Unterbringung, durch Zwangsarbeit, Krankheiten und Misshandlungen war beabsichtigt. Bis 1945 gab es im NS-Machtbereich tausende Lager, Nebenlager und Außenkommandos.. Hinzu kommt im Falle der jüdischen Erhebung, dass dies ein Akt der moralischen Selbstbehauptung einer beinahe gänzlich ausgerotteten Bevölkerung war. Die Tragik und das Scheitern des Aufstandes der AK liegen unter anderem darin begründet, dass aus polnischer Sicht, die sowjetische Rote Armee nicht alles unternahm, um die Aktion militärisch zu unterstützen.

Beide Ereignisse haben ihre eigene Geschichte, die sich berührt und überschneidet, wie auch das jüdische Schicksal nicht ohne das Verhältnis zu den polnischen Nachbarn zu erzählen ist. Dennoch bedeutet eine Verwechslung der Geschichten, vor allem von deutscher Seite aus, eine Schmähung im Nachhinein. Damit werden extreme Empfindlichkeiten wachgerufen und Opferkonkurrenzen Raum geschaffen.

Deutsch-polnische Begegnungen und eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nachbarlandes im Unterricht mögen dazu beitragen, ein differenziertes Geschichtsbewusstsein bei Jugendlichen zu entwickeln. Dazu möchte dieser Newsletter einige Anregungen für die Praxis bieten. 

Der nächste Newsletter wird am 26. August erscheinen und den Schwerpunkt auf historisches Lernen zum 2. Weltkrieg in Deutschland und seinen Nachbarstaaten setzen.

Die Redaktion

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