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Nach Sibirien verbannt

Julius Wolfenhaut: Nach Sibirien verbannt. Als Jude von Czernowitz nach Stalinka 1941. (2005) Fischer Frankfurt am Main, 186 S., 9,90 €

Julius Wolfenhaut wurde 1913 in Czernowitz geboren, das damals zu Österreich gehörte. Nach dem Ersten Weltkrieg fiel Czernowitz an Rumänien, womit das Leben der Juden in der Bukowina schwieriger wurde. Wolfenhaut wurde Ingenieur und arbeitet zeitweise auch in Brünn. Nach der Besetzung seiner Heimat gemäß des geheimen "Hitler-Stalin Paktes" durch sowjetische Truppen im Jahre 1940 wurde Wolfenhaut als "sozialgefährliches Element" 1941 wie andere jüdische Bürger der Bukowina auf Geheiß Stalins in Viehwagons nach Stalinka in Sibirien deportiert und musste dort Schwerarbeit leisten.

Nach ZwangsarbeitPrisoners from concentration camps and workers conscripted in occupied Poland and the Soviet Union were compelled to work, on starvation rations, in agriculture, highway building and factories for the German state during World War II. Labor was also viewed as a form of killing by attrition. Forced labor was introduced for Sinti and Roma inside Nazi Germany in 1936, and after 1938 it was extended to German Jews and other concentration camp prisoners. Information from the Nuremberg trials estimated that there were 12 million forced laborers. auf einer Kolchose, in einem Holzbetrieb und in einem Gefängnis als Lehrer für Jugendliche konnte er erst 1953 nach Stalins Tod das Lager verlassen. Viele der Mithhäftlinge überlebten Krankheiten, Hunger und Entbehrungen des Lagers nicht. Erst 1956 wurde die Verbannung aufgehoben. Wolfensohn wurde zwar "losgesprochen", aber nicht rehabilitiert, sodass er weitere 25 Jahre in Tomsk als Deutschlehrer arbeitete.

Erst 1993 wurde er rehabilitiert und konnte 1994 mit seiner Familie nach Deutschland ausreisen. Er lebt heute in Regensburg. Seine einzigartigen Erinnerungen, eindrucksvoll und beklemmend zugleich, hat er erst als 90-jähriger aufgeschrieben. Sie sind spannend wie ein Roman geschrieben, enthalten eine Fülle von Fakten und Anmerkungen.

Man kann diesem Buch nur wünschen, dass viele politisch Interessierte es lesen und verstehen. Es ist ein Buch, dass man so schnell nicht vergisst, geschrieben in jenem Czernowtzer Deutsch, ein bisschen altmodisch, doch mit der Eleganz und Wiener Tonfall, der seine Herkunft aus dem untergegangenen Reich der Habsburger verrät.